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Schnittschutzhandschuhe

Schnittschutzhandschuhe – Übersicht & Kaufberatung

Warum Schnittschutzhandschuhe?

Schnittschutzhandschuhe sind spezielle Arbeitshandschuhe, die die Hände vor Schnitt- und Stichverletzungen schützen. Sie kommen überall dort zum Einsatz, wo scharfe Kanten, Messer, Bleche oder Sägeketten ein Risiko darstellen. Typische Einsatzbereiche sind Forstarbeit, Metallverarbeitung, Küchen- und Fleischwirtschaft, Karosseriebau, Glasverarbeitung sowie Montagearbeiten mit scharfen Werkzeugen.

Für Handwerker, Forstleute, Metallarbeiter und Beschäftigte in der Lebensmittelproduktion sind sie unverzichtbar. Die Hände bleiben beweglich und einsatzfähig, während das Verletzungsrisiko deutlich sinkt. Gute Schnittschutzhandschuhe verbinden Schutz mit Tragekomfort, Langlebigkeit und ausreichend Grip – so bleibt die Präzision bei der Arbeit erhalten.

Welche Materialien/Technologien sind für Schnittschutzhandschuhe relevant?

Schnittschutzhandschuhe bestehen heute aus verschiedenen Hochleistungsfasern und Beschichtungen. Wichtige Materialien und Technologien:

  • HPPE / UHMWPE (z. B. Dyneema): sehr hoher Schnittwiderstand bei geringem Gewicht; häufig in nahtlos gestrickten Innereinsätzen.
  • Aramidfasern (Kevlar®): schnittfest und hitzebeständig; oft in Kombination mit anderen Garnen verwendet.
  • Edelstahl- oder Stahlfäden / metallverstärkte Garne: kommen dort zum Einsatz, wo extreme Schnittfestigkeit nötig ist (z. B. bei Glas- oder Metallbearbeitung).
  • Glasfasermischungen: erhöhen Abrieb- und Durchstichfestigkeit.
  • Leder: robust und langlebig; wird häufig als Außenmaterial oder Verstärkung in der Handinnenfläche eingesetzt.
  • Nitril-, PU- oder Latex-Beschichtungen: verbessern Grip, Öl- und Chemikalienbeständigkeit sowie Tastsinn. Varianten sind Vollbeschichtung, 3/4-Beschichtung oder punktuelle Beschichtungen.
  • Nahtlose Stricktechnologie: sorgt für enge Passform und hohe Fingerfertigkeit.

Wichtig zu wissen: Viele Schnittschutzhandschuhe haben einen mehrlagigen Aufbau – ein strammer, schnittfester Inneneinsatz kombiniert mit einer griffigen Beschichtung. Häufig gibt es zusätzliche Verstärkungen an Daumen, Fingergelenken oder Handinnenflächen.

Normen & Prüfverfahren

  • EN 388 (Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken) ist die zentrale Norm. Sie bewertet Abrieb, Schnitt, Weiterreißen und Durchstich. Seit 2016 wird zusätzlich der TDM-Test (ISO 13997) zur Beurteilung der Schnittwiderstandsklasse herangezogen; dieser Wert wird meist als Buchstabe A–F angegeben (A = geringerer Schutz, F = sehr hoher Schutz).
  • EN ISO 21420 legt die allgemeinen Anforderungen an Komfort und Passform von Schutzhandschuhen fest.
  • Für spezielle Arbeiten (z. B. Einsatz mit Motorsägen) gelten zusätzliche Anforderungen – hier sind zertifizierte Systeme oder spezielle Arm-/Handrückenschutzprodukte nötig.

Wie pflege und warte ich Schnittschutzhandschuhe richtig?

Viele Schäden entstehen durch falsche Pflege. Hier eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Vorbereitung
  • Schmutz und grobe Partikel vorsichtig entfernen, da Schmutz Beschichtungen angreifen kann.
  • Klettverschlüsse schließen und die Handschuhe auf Schäden prüfen (Löcher, ausgefranste Nähte, Durchschnitte).
  1. Waschen
  • Lies immer das Herstelleretikett. Viele gestrickte Innenhandschuhe lassen sich bei 30–40 °C im Schonprogramm waschen.
  • Verwende ein mildes, pH-neutrales Waschmittel. Verzichte auf Weichspüler — er kann Beschichtungen und Fasern schädigen.
  • Beschichtete Handschuhe sollten, wenn überhaupt, nur schonend gereinigt werden (Handwäsche oder ein spezielles Pflegeprogramm).
  1. Imprägnieren / Beschichtungs-Pflege
  • Die meisten Schnittschutzhandschuhe haben keine DWR-Imprägnierung wie Jacken, sondern eine schützende Beschichtung (Nitril, PU). Nach intensiver Nutzung kann die Griffigkeit nachlassen.
  • Für textile Außenschichten gibt es Imprägniermittel; bei beschichteten Flächen sind solche Mittel meist nicht sinnvoll. Beachte die Herstellerangaben.
  • Manche Beschichtungen reagieren empfindlich auf Hitze. Prüfe vor dem Einsatz eines Trockners das Pflegeetikett.
  1. Trocknen & Aufbewahrung
  • Lufttrocknen: flach auslegen oder über einer Stange aufhängen. Direkte Hitzequellen (Heizkörper, starke Sonneneinstrahlung) vermeiden, da Beschichtungen und Fasern spröde werden können.
  • Trocken und dunkel lagern, ideal bei Zimmertemperatur. Vor dem nächsten Einsatz erneut kontrollieren.
  1. Reparaturmöglichkeiten
  • Kleine Löcher oder ausgerissene Nähte lassen sich temporär mit geeignetem Textilkleber oder Reparatur-Patches beheben.
  • Bei tiefen Schnitten in der Beschichtung gibt es oft keinen verlässlichen Reparaturweg — hier ist Ersatz ratsam.
  • Bei zertifizierten oder sicherheitsrelevanten Handschuhen empfehlen Fachleute meist den Austausch, wenn der Schnittschutz kompromittiert ist.

Praktische Tipps

  • Halte ein Ersatzpaar bereit: Ein beschädigter Handschuh darf nicht weiter im Einsatz bleiben.
  • Kontrolliere die Handschuhe nach jedem Arbeitstag kurz.
  • Befleckte oder ölverschmierte Handschuhe getrennt lagern und zeitnah reinigen.

Anwendungsbeispiele

Beispiel: Metallverarbeitung in einer Schlosserei

Peter arbeitet als Metallbauer. Er schneidet Bleche mit einer Blechschere und führt Schleif- sowie Montagearbeiten aus. Er trägt einen nahtlosen, HPPE-gefütterten Schnittschutzhandschuh mit nitrilbeschichteter Innenfläche. Die Stahlfaserverstärkung im Innenhandschuh schützt vor scharfen Blechkanten; die Nitrilbeschichtung sorgt für sicheren Griff, auch wenn Metallteile leicht geölt sind. Ergebnis: weniger Schnittverletzungen, mehr Präzision bei Schraub- und Montagetätigkeiten und geringere Ausfallzeiten.

Ähnlich profitiert ein Küchenchef beim Filetieren von Fisch oder Fleisch: Schnittschutz im Inneneinsatz kombiniert mit hohem Tastsinn an den Fingerkuppen verhindert Verletzungen, ohne die feine Handarbeit zu beeinträchtigen.

Häufige Fragen (FAQ)

Q: Wie erkenne ich die richtige Schutzklasse eines Schnittschutzhandschuhs? A: Schau auf das EN 388-Piktogramm am Handschuh. Die Zahlen beziehungsweise der Buchstabe geben Abrieb-, Schnitt-, Weiterreiß- und Durchstichwerte an. Bei hoher Schnittgefährdung achte auf die zusätzliche TDM-Kennzeichnung (A–F) und wähle die Klasse passend zu deinem Arbeitsrisiko.

Q: Kann ich Schnittschutzhandschuhe waschen? A: Viele textile Innenhandschuhe sind bei niedrigen Temperaturen waschbar. Beschichtete Handschuhe hingegen nur schonend reinigen oder per Handwäsche. Immer die Pflegehinweise des Herstellers beachten.

Q: Sind Schnittschutzhandschuhe gegen Motorsägen geeignet? A: Nicht automatisch. Für Motorsägenarbeiten sind speziell zertifizierte Kettenschutzsysteme nötig (Handrücken- und Arm-Panels). Normen und Herstellerangaben genau prüfen.

Q: Wie oft sollte ich meine Schnittschutzhandschuhe ersetzen? A: Bei sichtbaren Schäden, wenn die Beschichtung verloren geht oder nach einem Schnitt sofort ersetzen. Ansonsten nach Herstellerangaben oder sobald die Schutzwirkung spürbar nachlässt. Regelmäßige Kontrollen sind wichtig.

Q: Welches Beschichtungsmaterial bietet den besten Griff bei öligen Bedingungen? A: Nitrilbeschichtungen — insbesondere strukturierte oder „sandy“ Varianten — sind in öligen Umgebungen häufig besser als PU oder Latex.

Q: Verursachen Schnittschutzhandschuhe Wärme oder Schwitzen? A: Hochwertige Modelle kombinieren atmungsaktive Innenmaterialien mit dünnen, schützenden Fasern. Vollbeschichtete Handschuhe können wärmer sein; leichte, nahtlose Strickliner erhöhen die Atmungsaktivität.

Q: Wie finde ich die richtige Größe? A: Miss die Handfläche an der breitesten Stelle (ohne Daumen). Ein gut sitzender Handschuh sollte eng anliegen, ohne einzuschneiden, und volle Fingerbeweglichkeit erlauben.

Abschließender Hinweis & interne Verlinkungen

Weitere Informationen zu Arbeitshandschuhen und zur richtigen Auswahl findest du auf unseren Übersichtsseiten: Arbeitshandschuhe und Schnittschutzhosen.

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