Forststiefel für die Waldarbeit müssen gleichzeitig vor Kettensägenschnitten schützen, Nässe abhalten und auf unebenem Gelände sicheren Halt bieten. Wer in der Schweiz gewerblich mit der Motorsäge arbeitet, ist gesetzlich verpflichtet, Schutzschuhe mit Schnittschutz gemäss EN ISO 11393 zu tragen — ein Modell ohne zertifizierte Schnittschutzeinlage erfüllt diese Anforderung nicht. Das Sortiment auf genxtreme.ch umfasst Stiefel und Schnittschutzschuhe von Haix und PFANNER®, abgestuft nach Schnittschutz-Level, Sicherheitsklasse und Membranausstattung.
Forststiefel richtig auswählen: Was zählt wirklich
Vor dem Kauf lohnt es sich, drei Fragen zu beantworten: Welche Schnittschutzklasse schreibt Ihr Einsatz vor? Braucht der Schuh eine wasserdichte Membran? Und welche Sicherheitsklasse — S2 oder S3 — passt zum Untergrund?
Schnittschutz-Level nach EN ISO 11393
EN ISO 11393 (die aktuelle Norm für Forst- und Kettensägenschutz, die EN 381 abgelöst hat) teilt den Schutz an Schuhen und Stiefeln in drei Level ein:
- Level 1 schützt bis zu einer Kettengeschwindigkeit von 20 m/s — ausreichend für gelegentliche Pflegearbeiten und leichte Holzarbeiten.
- Level 2 gilt für 24 m/s — der Standard für den gewerblichen Forstbetrieb.
- Level 3 deckt 28 m/s ab — für intensive Baumfällarbeiten und professionellen Dauereinsatz.
In der Schweiz schreibt die SUVA für gewerbliche Waldarbeiten mindestens Level 2 vor. Wer häufig fällt oder in steilen Hanglagen arbeitet, greift zu Level 3.
Sicherheitsklasse S2 und S3 im Forstbereich
Die Sicherheitsklassen folgen EN ISO 20345:2022. S3-Stiefel kombinieren eine Zehenkappe (200-Joule-Prüfung), eine durchtrittsichere Einlage und Wasserabweisung des Obermaterials. S2 verzichtet auf die Durchtrittssicherung, bietet aber die übrigen Schutzmerkmale. Im Forst-Einsatz auf naturbelassenem Boden — mit herumliegenden Ästen, Nägeln in Schnittholz und Stolperstellen — empfiehlt die SUVA grundsätzlich S3.
Membran: wann Gore-Tex, wann ohne
Gore-Tex ist eine laminierte Membranfolie, die Wassermoleküle von aussen abhält, aber Wasserdampf (Schweiss) nach innen durchlässt. Im Forstbereich gibt es zwei gängige Aufbauten:
- 2-Lagen-Aufbau: Die Membran ist mit dem Obermaterial verklebt, innen liegt eine separate Komfortlage. Dieser Aufbau ist flexibler und oft leichter — gut für wechselnden Gelände- und Jagdeinsatz.
- 3-Lagen-Aufbau: Die Membran liegt fest zwischen Aussenschicht und Innenfutter einlaminiert. Langlebiger unter hoher mechanischer Beanspruchung, deshalb bei intensiver Waldarbeit die bessere Wahl.
Ohne Membran sind Forststiefel leichter und trocknen schneller — sinnvoll in trockenen Sommern oder bei kurzem Einsatz im Trockenen.
Obermaterialien: Leder, Cordura und Kombinationen
Cordura ist ein besonders abrieb- und schnittfestes Nylongewebe, das häufig an den Schaftseiten eingesetzt wird, wo Äste und Werkzeuge am meisten scheuern. Vollnarbenleder steht für hohe Robustheit und lange Haltbarkeit; es nimmt Pflegemittel gut auf und formt sich nach mehrmaligem Tragen der Fussform an. Viele Modelle kombinieren Leder an der Vorderkappe und am Schaft mit Cordura-Flächen an den Seiten, um Gewicht zu sparen ohne Schutz zu verlieren.
Die Modelle im Überblick
PFANNER® Forststiefel und Schnittschutzschuhe
PFANNER® Schnittschutzschuhe Säntis
Der Säntis ist ein robuster Schnittschutzschuh im halbhohen Schnitt — benannt nach dem Alpstein-Gipfel, entwickelt für anspruchsvolles Schweizer Gelände.
PFANNER® Schnittschutzschuhe Pilatus
Der Pilatus kommt in mehreren Varianten und verbindet Schnittschutzeinlage mit einem körpernahen Schaftschnitt, der auch auf steilen Hängen guten Halt gibt.
PFANNER® BOA® Schnittschutzschuhe
Das BOA®-System ersetzt herkömmliche Schnürsenkel durch ein Schnellverschluss-Drahtsystem: eine Umdrehung am Stellrad zieht den Schuh gleichmässig an, was besonders beim Anziehen mit Handschuhen praktisch ist.
PFANNER® Zermatt GTX Forstschuhe
Der Zermatt GTX kombiniert eine Gore-Tex-Membran mit einem höheren Schaft und ist in mehreren Varianten verfügbar — für Geländeeinsätze mit wechselhaften Bedingungen.
PFANNER® Matterhorn Schnittschutzschuhe
Der Matterhorn ist das technisch hochwertigste Modell in der PFANNER®-Linie auf dieser Seite und richtet sich an professionelle Forstwirte mit hohem Tagespensum.
PFANNER® Tirol Juchten Forstschuhe
Der Tirol Juchten setzt auf klassisches Juchtenleder — ein besonders dichtes, traditionell gegerbtes Leder — und bietet hohen natürlichen Wasserschutz ohne synthetische Membran.
Haix Forststiefel und Schnittschutzstiefel
Haix Schnittschutzstiefel Protector Ultra 2.0 GTX
Der Protector Ultra 2.0 GTX ist der Hochleistungs-Stiefel aus der Haix-Protector-Linie, ausgestattet mit Gore-Tex-Membran und Schnittschutzeinlage für Dauereinsatz.
Haix Trekker Mountain 2.0 Schnittschutzstiefel
Der Trekker Mountain 2.0 verbindet Trekking-Ergonomie mit Kettensägenschutz — ein Modell für Forstarbeiter, die abends denselben Stiefel auf dem Heimweg tragen.
Haix Forstschuhe Protector Light 2.1
Der Protector Light 2.1 ist auf geringeres Gewicht ausgelegt, hält dabei aber die Schnittschutzanforderungen ein. Verfügbar in mehreren Varianten.
Haix Protector Forest 2.1 GTX Mid
Die Mid-Variante des Protector Forest 2.1 GTX bietet einen kürzeren Schaft als klassische Stiefel — mehr Bewegungsfreiheit bei weniger Gewicht, mit Gore-Tex-Membran.
Haix Schnittschutzstiefel Protector Pro 2.0
Der Protector Pro 2.0 richtet sich an professionelle Anwender und ist in mehreren Varianten erhältlich.
Haix Protector Alpin Forststiefel
Der Protector Alpin ist auf alpine Bedingungen ausgerichtet: steiles Gelände, felsiger Untergrund, wechselhafte Witterung.
Welches Material eignet sich für welchen Einsatz?
| Einsatz | Obermaterial | Membran | Schnittschutz-Level |
|---|---|---|---|
| Gewerbliche Waldarbeit täglich | Vollnarbenleder oder Leder/Cordura | Gore-Tex 3-Lagen | Level 2–3 |
| Gelegentliche Pflegearbeiten | Leder oder Textil | Gore-Tex 2-Lagen oder keine | Level 1–2 |
| Jagd und Pirsch | Juchtenleder oder weiches Leder | Gore-Tex 2-Lagen | Level 1 (situationsabhängig) |
| Hänge und Alpingelände | Vollnarbenleder, harter Schaft | Gore-Tex 3-Lagen | Level 2–3 |
| Sommer, trocken, kurzer Einsatz | Textil/Cordura-Kombination | Keine oder leichte Membran | Level 1–2 |
Grössen im Sortiment
Das Sortiment auf genxtreme.ch umfasst Forststiefel von Schuhgrösse 39 (UK 5.5) bis 48 (UK 12.5), einschliesslich Zwischengrossen wie 41.5, 42.5, 43.5, 44.5 und 46.5. Die Verfügbarkeit der Zwischengrossen variiert je nach Modell.
Pflege und Haltbarkeit: Forststiefel richtig warten
Forststiefel halten länger, wenn Pflege und Reinigung dem Material entsprechen.
Reinigung nach dem Einsatz
Grober Schmutz lässt sich am einfachsten entfernen, wenn er noch nicht eingetrocknet ist. Schuheinlagen und herausnehmbare Teile separat trocknen. Leder nie in die Waschmaschine geben — stattdessen mit einer weichen Bürste und lauwarmem Wasser reinigen, geeigneten Lederreiniger verwenden. Textilmodelle mit Membran wäscht man bei 30 °C im Schonwaschgang mit einem Funktionswaschmittel. Weichspüler ist verboten: er verstopft die Gore-Tex-Membran und zerstört deren Funktion dauerhaft.
Imprägnierung erneuern
Durable Water Repellent (DWR) ist eine Ausrüstung der Gewebeoberfl äche, die Wasser in Tropfen abperlen lässt. Sie wird durch Schmutz und Abrieb abgebaut. Nach jeder Reinigung sollte die DWR-Schicht erneuert werden: bei Textilstiefeln mit Spray-Imprägniermittel, bei Lederstiefeln mit passendem Lederwachs oder einer Ledercreme ohne Silikonanteil. Viele Imprägnierungen aktivieren sich besser bei leichter Wärme — kurz auf niedrigster Stufe in den Trockner, sofern das Pflegeetikett das erlaubt.
Trocknen und Lagern
Nasse Forststiefel immer an der Luft trocknen lassen, nie direkt am Heizkörper oder in der prallen Sonne. Hohe Wärme lässt Leder austrocknen und spröde werden; ausserdem kann sie Klebstoffe in der Sohle angreifen. Ein Schuhspanner oder zusammengeknülltes Zeitungspapier im Schaft hält die Form und zieht überschüssige Feuchtigkeit auf.
Sohlen und Nähte kontrollieren
Wer regelmässig im Gelände arbeitet, sollte die Laufsohle monatlich auf Ablösungen prüfen. Viele Sohlen lassen sich nachkleben oder austauschen — ein guter Schuhmacher kann das beurteilen. Kleine Schäden an Nähten lassen sich mit speziellem Reparaturkleber behandeln; grössere Schäden gehören in einen Fachbetrieb.
FAQ
Welche Schnittschutzklasse schreiben SUVA und EKAS für gewerbliche Waldarbeiten vor?
Forststiefel für die gewerbliche Waldarbeit müssen in der Schweiz mindestens Schnittschutz-Level 2 nach EN ISO 11393 aufweisen. Die SUVA und EKAS verlangen diesen Schutz gesetzlich für alle Personen, die berufsmässig mit der Motorsäge arbeiten. Wer regelmässig Bäume fällt oder in steilem Gelände mit hoher Kettengeschwindigkeit arbeitet, sollte Level 3 wählen. Ein Schuh ohne zertifizierte Schnittschutzeinlage erfüllt diese Pflichtanforderung nicht und darf bei der gewerblichen Waldarbeit nicht getragen werden.
Was bedeuten die Sicherheitsklassen S2 und S3 bei Forststiefeln?
Forststiefel der Klasse S3 nach EN ISO 20345:2022 verfügen über eine Zehenkappe mit 200-Joule-Prüfung, eine durchtrittsichere Einlage gegen spitze Gegenstände sowie ein wasserabweisendes Obermaterial. S2-Modelle bieten dieselbe Zehenkappe und Wasserabweisung, aber keine Durchtrittssicherung. Im Forstbereich auf natürlichem Waldboden mit herumliegenden Ästen und eingeschlagenem Schnittholz empfiehlt die SUVA generell S3, weil das Verletzungsrisiko durch vorstehende Nägel und spitze Holzsplitter erheblich ist.
Worin unterscheidet sich ein 2-Lagen-Gore-Tex-Aufbau von einem 3-Lagen-Aufbau?
Beim 2-Lagen-Aufbau ist die Gore-Tex-Membran auf das Obermaterial aufkaschiert; eine separate Innenschicht sorgt für Tragekomfort. Beim 3-Lagen-Aufbau ist die Membran fest zwischen Aussenschicht und Innenfutter einlaminiert, was eine höhere mechanische Belastbarkeit ergibt. Forststiefel mit 3-Lagen-Gore-Tex halten intensivem täglichem Einsatz länger stand. Für gelegentliche Gelände- und Jagdeinsätze ist der leichtere und flexiblere 2-Lagen-Aufbau oft die passendere Wahl.
Kann ich Forststiefel mit orthopädischen Einlagen versehen?
Forststiefel dürfen nur dann mit orthopädischen Einlagen oder Zurichtungen ausgestattet werden, wenn der Schuh durch die Baumusterprüfung dafür freigegeben ist. Die Massnahme muss durch einen zertifizierten Fachbetrieb erfolgen, der die Anforderungen der DGUV Regel 112-191 kennt. Eigenmächtig eingesetzte Einlagen können die Schutzfunktion des Schuhs beeinträchtigen — etwa den Schnittschutz oder die Passform der Zehenkappe. Im Zweifel klärt ein Orthopädie-Schuhmacher ab, welche Einlage für das jeweilige Modell geeignet ist.
Wie erkenne ich, wann Forststiefel ausgetauscht werden müssen?
Forststiefel müssen ersetzt werden, wenn die Schnittschutzeinlage Beschädigungen zeigt, die Laufsohle sich ablöst oder starke Risse aufweist, die Membran ihre Wasserdichtheit verloren hat oder das Oberleder tiefe Schnitte oder Durchscheuerstellen aufweist. Eine sichtbar beschädigte Schutzkappe erfüllt die Anforderungen der EN ISO 20345:2022 nicht mehr. Als Faustregel gilt: Wer täglich im Forst arbeitet, sollte die Stiefel jährlich durch einen Fachbetrieb prüfen lassen.
Warum darf ich keinen Weichspüler beim Waschen von Forststiefeln verwenden?
Weichspüler enthält Fettsäuren und kationische Tenside, die sich in den feinen Poren der Gore-Tex-Membran ablagern. Dadurch verliert die Membran ihre Atmungsaktivität: Schweissfeuchtigkeit kann nicht mehr nach aussen entweichen, der Fuss schwitzt stärker, und die Membran fault schneller. Dieser Schaden ist nicht reversibel. Für Forststiefel mit Membran ausschliesslich spezielle Funktionswaschmittel verwenden, die auf wasserdichte Schutzausrüstung abgestimmt sind.
Was ist der Vorteil des BOA®-Verschlusssystems gegenüber herkömmlichen Schnürsenkeln?
Das BOA®-System zieht den Schuh durch eine Drehbewegung am Stellrad gleichmässig über den ganzen Schaft an, ohne dass einzelne Schnürsenkelzonen nachgezogen werden müssen. Das spart Zeit beim Anziehen — besonders wenn man Handschuhe trägt — und sorgt für konstant gleichmässigen Druck über den Fuss. Ausserdem gibt es keine Schnürsenkel, die reissen oder sich in Ästen oder der Säge verfangen können. Fällt das BOA®-Rad aus, lässt es sich beim Hersteller austauschen.
Verfasst von Michael Korinek, Sales Management — Zuletzt aktualisiert: 14. Juni 2026



























