Arbeitsstiefel schützen Füsse, Knöchel und den unteren Schienbeinbereich dort, wo flache Sicherheitsschuhe nicht mehr ausreichen. Das Sortiment auf genxtreme.ch umfasst Modelle von Lowa, Haix, PFANNER®, Sixton, U-Power, Elten, Blakläder und La Sportiva – von der S3-Sicherheitsklasse nach EN ISO 20345:2022 über geprüfte Schnittschutzstiefel für die Forstwirtschaft bis hin zu robusten Einsatzstiefeln für Feuerwehr und Rettungsdienste.
Was Arbeitsstiefel von flachen Sicherheitsschuhen unterscheidet
Der hoch geschnittene Schaft ist das entscheidende Merkmal: Er reicht über den Knöchel und stabilisiert das Sprunggelenk bei unebenem Gelände, schwerem Schritteinsatz oder beim Arbeiten mit der Motorsäge. Wer im Forst, auf der Baustelle oder im Aussendienstbereich bei Kälte und Nässe arbeitet, braucht mehr als Zehenkappe und Durchtrittsschutz allein.
Welche Schutzklasse brauche ich für meinen Einsatz?
Arbeitsstiefel mit der Schutzklasse S3 nach EN ISO 20345:2022 – die Norm regelt Mindestanforderungen an Sicherheitsschuhe und gilt in der Schweiz, Deutschland und Österreich gleichermassen – bieten Zehenkappe (200 Joule), Durchtrittsschutz, Antistatik, Energieabsorption im Fersenbereich, wasserfestes Obermaterial und eine profilierte, rutschhemmende Sohle. S2 verzichtet auf den Durchtrittsschutz und eignet sich für Bereiche ohne erhöhte Risiken durch spitze Fremdkörper am Boden. Die konkret erforderliche Schutzklasse legt die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers fest; die Suva und die EKAS stellen dafür entsprechende Hilfsmittel bereit.
Schnittschutz im Forst: Welche Norm gilt?
Schnittschutzstiefel für die Forstwirtschaft müssen nach EN ISO 11393 geprüft sein – diese Norm löst die frühere EN 381 ab und definiert Schnittschutzklassen (Level 1 bis Level 3) je nach Kettengeschwindigkeit der Motorsäge. Im Sortiment sind entsprechende Modelle von PFANNER® (Pilatus, Säntis, BOA®-Variante) sowie von Haix (Protector Ultra 2.0 GTX, Protector Forest 2.1) verfügbar. Das Tragen von Schnittschutzausrüstung beim gewerblichen Einsatz der Motorsäge kann je nach Gefährdungsbeurteilung und kantonalen Vorschriften erforderlich sein; Arbeitgeber sind verpflichtet, geeignete PSA bereitzustellen.
Membranen: Gore-Tex gegen OutDry – was ist der Unterschied?
Gore-Tex ist eine wasserdichte, atmungsaktive Membran, die zwischen Aussenmaterial und Innenfutter einlaminiert wird. Sie hält Nässe draussen und leitet Feuchtigkeit nach innen ab. OutDry, eine direktlaminierte wasserdichte Membran, verbindet die Schicht unmittelbar mit dem Aussenmaterial; das eliminiert den Luftspalt zwischen Membran und Oberleder und soll das Eindringen von Wasser auch bei starkem Druck, etwa beim Durchqueren von Pfützen, zuverlässig verhindern. Im Sortiment finden sich Gore-Tex-Modelle von Lowa und Haix sowie OutDry-Modelle von Sixton.
Kappen, Sohlen, Einlagen: Worauf kommt es im Detail an?
Die Zehenkappe ist entweder aus Stahl (bewährt, leitfähig, schwer) oder aus Aluminium bzw. Verbundwerkstoff (leichter, thermisch isolierender). Der Durchtrittsschutz besteht klassisch aus einer Stahlsohle oder einer flexiblen Composite-Einlage aus Kevlar-ähnlichem Material. Laufsohlen aus PU/TPU- oder Gummimischungen können mit HRO-Kennzeichnung (hitzebeständig bis 300 °C Kontaktwärme) und SRC-Rutschhemmung (getestet auf Keramik/Fliese und Stahlboden) ausgestattet sein. Wer eine orthopädische Einlage oder Zurichtung benötigt, muss prüfen, ob das jeweilige Modell laut Baumusterprüfung dafür freigegeben ist; Zurichtungen dürfen gemäss DGUV Regel 112-191 nur durch zertifizierte Fachbetriebe vorgenommen werden.
2-Lagen- vs. 3-Lagen-Konstruktion
Bei der 2-Lagen-Bauweise bestehen Stiefel aus Aussenmaterial plus Membran/Liner – das ergibt einen leichteren, flexibleren Schuh, der sich für Einsätze in gemässigtem Klima eignet. Die 3-Lagen-Konstruktion fügt ein Innenfutter oder eine Isolationsschicht hinzu, was Wärmerückhalt und Dämpfung steigert – relevant für Wintereinsätze und lange Tragezeiten bei niedrigen Temperaturen. Sixton-Modelle mit Primaloft-Fütterung und gefütterte Haix-Varianten zeigen diesen Ansatz.
Marken & Produktgruppen im Überblick
Allroundsicherheitsstiefel für Bau und Handwerk
Lowa Renegade Work GTX Mid S3, Lowa Leandro Work LX Pro GTX Mid S3, Lowa LARROX Work GTX Mid S3 (in mehreren Farbvarianten), Haix Black Eagle Safety 54 MID, Haix Black Eagle Safety 56 MID, Haix Black Eagle Safety 40 Mid black/black, Haix Black Eagle Safety 40.1 Mid, Haix Airpower XR22 Sicherheitsstiefel S3, Haix Airpower XR3 Gore, U-Power knöchelhohe Sicherheitsschuhe S3.
Schnittschutzstiefel für die Forstwirtschaft
PFANNER® Schnittschutzschuhe Säntis, PFANNER® Schnittschutzschuhe Pilatus, PFANNER® BOA® Schnittschutzschuhe, Haix Schnittschutzstiefel Protector Ultra 2.0 GTX, Haix Protector Forest 2.1 Schnittschutzstiefel.
Einsatz- und Geländestiefel mit Membrantechnologie
Haix Trekker Pro 2.0, Sixton Ortisei Mid S3 mit OutDry® Membrane.
Material- und Einsatzvergleich
| Merkmal | Vollnarbiges Leder | Nubuk | Synthetik/Textilkombi |
|---|---|---|---|
| Robustheit | Sehr hoch, reparierbar | Hoch, pflegeintensiver | Leicht, weniger abriebfest |
| Gewicht | Mittel bis hoch | Mittel | Gering |
| Atmungsaktivität | Mittel (mit Membran hoch) | Mittel (mit Membran hoch) | Hoch |
| Pflegeaufwand | Regelmässiges Fetten/Wachsen | Imprägnieren, Spezialreiniger | Gering |
| Typischer Einsatz | Forst, Bau, schweres Gelände | Handwerk, Aussenbereich | Logistik, leichte Baustelle |
Grössen im Sortiment
Das Sortiment reicht von EU 35 (UK 3) bis EU 50 (UK 14.5) und umfasst mehrere Zwischengrossen – darunter EU 36.5, 39.5, 41.5, 42.5, 43.5 und 44.5. Damit stehen Modelle für schmalere Damenfüsse ebenso zur Verfügung wie Weitgrossen für breite oder orthopädisch versorgte Füsse. Wer unsicher ist, welche Grösse passt, sollte die Herstellertabelle des jeweiligen Modells nutzen, da Lowa, Haix und PFANNER® unterschiedliche Leisten verwenden.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen einem Sicherheitsstiefel S2 und S3?
Sicherheitsstiefel S3 nach EN ISO 20345:2022 schliessen gegenüber S2 zwingend einen Durchtrittsschutz sowie ein wasserfestes Obermaterial ein. S2-Modelle bieten Zehenkappe und Antistatik, verzichten aber auf diese beiden Merkmale. Welche Klasse erforderlich ist, hängt von der Gefährdungsbeurteilung ab, die der Arbeitgeber – in der Schweiz unter Mitwirkung von Suva und EKAS – für den jeweiligen Arbeitsplatz erstellen muss. Auf Baustellen mit Nagelung oder spitzen Fremdkörpern am Boden ist S3 in der Regel die passende Wahl.
Nach welcher Norm sind Schnittschutzstiefel für die Motorsägenarbeit geprüft?
Schnittschutzstiefel für die Forstwirtschaft werden nach EN ISO 11393 geprüft, die die frühere Bezeichnung EN 381 abgelöst hat. Die Norm definiert Schnittschutzklassen von Level 1 bis Level 3, abgestuft nach der Kettengeschwindigkeit der Motorsäge. PFANNER®-Modelle wie Pilatus, Säntis und die BOA®-Variante sowie Haix-Modelle wie Protector Ultra 2.0 GTX und Protector Forest 2.1 tragen entsprechende Prüfzeichen. Die konkret erforderliche Klasse ergibt sich aus dem eingesetzten Gerät und der Gefährdungsbeurteilung.
Was bringt eine Gore-Tex-Membran in einem Arbeitsstiefel?
Gore-Tex ist eine wasserdichte, atmungsaktive Membran: Sie hält flüssiges Wasser draussen und lässt Wasserdampf – also Schweissfeuchte – nach aussen entweichen. Arbeitsstiefel mit Gore-Tex-Ausstattung eignen sich für nasse Aussenarbeiten, feuchten Forst und Einsätze bei Regen, ohne dass die Füsse nach kurzer Zeit in einem feuchten Mikroklima arbeiten müssen. Lowa- und Haix-Modelle im Sortiment setzen auf diese Technologie in Kombination mit robusten Lederobermaterialien.
Kann ich orthopädische Einlagen in Arbeitsstiefeln verwenden?
Orthopädische Einlagen können in vielen Arbeitsstiefeln verwendet werden, sofern das jeweilige Modell laut Baumusterprüfung dafür freigegeben ist. Individuelle Zurichtungen am Schuh selbst – also Veränderungen an der Sohle oder am Schaft – dürfen gemäss DGUV Regel 112-191 ausschliesslich durch zertifizierte Fachbetriebe vorgenommen werden, damit der Schutzcharakter des Sicherheitsschuhs erhalten bleibt. Im Zweifelsfall sollte die Freigabe beim Hersteller oder über einen orthopädischen Schuhmacher geprüft werden.
Welche Arbeitsstiefel eignen sich für den Winter?
Arbeitsstiefel mit 3-Lagen-Konstruktion – Aussenmaterial, Membran und Isolationsfutter – sind für Wintereinsätze ausgelegt. Materialien wie Primaloft, das auch bei Nässe einen Teil seiner Wärmeleistung behält, finden sich in gefütterten Sixton-Modellen. Gore-Tex-Stiefel ohne Fütterung halten zwar Nässe aus, sind aber nicht für dauerhaften Betrieb bei starkem Frost konzipiert. Wer bei Temperaturen unter null Grad arbeitet, sollte auf die Wärmeklassifizierung (WR, CI) im Produktdatenblatt achten.
Wie pflege ich vollnarbige Lederstiefel richtig?
Vollnarbige Lederstiefel halten länger, wenn sie nach jedem Einsatz gereinigt, getrocknet und anschliessend mit einem geeigneten Schuhfett oder -wachs behandelt werden. Kunstlicht- oder Direkthitze zum Trocknen schädigt das Leder und die Klebeverbindungen. Nubukmodelle brauchen statt Fett einen Spezialreiniger und regelmässige Imprägnierung. Gore-Tex- und OutDry-Membranen verlieren bei starker Schmutzbelastung an Atmungsaktivität – eine gründliche Reinigung des Obermaterials stellt die Funktion wieder her.
Was bedeutet SRC-Rutschhemmung auf der Laufsohle?
SRC ist die höchste Rutschhemmklasse nach EN ISO 20345 und kombiniert zwei Testmethoden: SRA prüft auf Keramikfliese mit Seifenlösung, SRB auf Stahlboden mit Glycerin. Nur Sohlen, die beide Tests bestehen, erhalten das SRC-Kürzel. Für Arbeitsstiefel, die auf nassen Böden, Gerüsten oder im Gelände eingesetzt werden, ist SRC die empfohlene Mindestanforderung – sie reduziert das Ausrutschrisiko in den häufigsten betrieblichen Nassszenarien messbar.
Verfasst von Jeremy Nánási, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung (Auszubildender) — Zuletzt aktualisiert: 10. Juli 2026
































